Praxis für Klassische Homöopathie
Godehard Rohde-Schubert

Die Grundlagen der Klassischen Homöopathie

 Einführung
 Wie wirken homöopathische Arzneimittel?
 Warum wirken homöopathische Arzneimittel?
 Ein Schwerpunkt: Chronische Krankheiten
 Behandlungsbeginn und Behandlungsverlauf

Einführung

Hier soll den interessierten PatientInnen ein Überblick über die Wirkungs- und Arbeitsweise der Homöopathie gegeben werden. Anschließend wird der Begriff »HOMÖOPATHIE« und »KLASSISCHE HOMÖOPATHIE« erklärt.

Die KLASSISCHE HOMÖOPATHIE kann auf ihre über 200 Jahre lange klinische Erfahrung in der Behandlung akuter und chronischer Erkrankungen zurückgreifen.

Dabei stehen ihr über 2000 verschiedene HOMÖOPATHISCHE ARZNEIMITTEL zur Verfügung.

Wie wirken homöopathische Arzneimittel?

Das Grundprinzip der Wirkung homöopathischer Arzneimittel ist die sog. ÄHNLICHKEITSREGEL: Der Patient bekommt vom Homöopathen das Mittel verordnet, das in der ARZNEIMITTELPRÜFUNG (Medikamentenversuch) am gesunden Menschen möglichst ähnliche Beschwerden hervorruft, unter denen der Patient leidet.

Das ist ein ungewöhnliches, paradoxes Vorgehen: Eigentlich müsste der Patient davon noch kränker werden als er bereits ist, denn er bekommt ein Arzneimittel verordnet, das die Beschwerden des Patienten eher noch verschlimmern könnte.

So ist auch der Begriff »HOMÖOPATHIE« entstanden: Er setzt sich zusammen aus den beiden altgriechischen Worten »Homoios« (ähnlich) und »Pathia« (Leid, Krankheit) und bedeutet zusammengesetzt »Ähnliches Leid« oder »Ähnliche Krankheit«.

So kann der Patient mit starken Kopfschmerzen, hochrotem Gesicht und großer Nervosität u.a. das Arzneimittel Belladonna verordnet bekommen, denn die Belladonna-Vergiftung dieser atropinhaltigen Pflanze erzeugt beim Gesunden ähnliche Beschwerden, unter denen der Kranke leidet.

An dieser Stelle setzt jedoch ein zweites wichtiges Grundprinzip der Homöopathie ein: Solche Arzneimittel werden als Ausgangssubstanz (sog. URTINKTUREN) - vor allem wenn sie eine toxische (giftige) Wirkung im unverdünntem Zustand aufweisen - in einem speziellem Verfahren hochgradig verdünnt und verschüttelt, so dass dieses Arzneimittel am Ende seines Herstellungsverfahren kein einziges Molekül seiner Ausgangssubstanz mehr aufweist (sog. HOCHPOTENZEN).

Warum wirken homöopathische Arzneimittel?

Der Wirkungsmechanismus ist bisher naturwissenschaftlich nicht geklärt, aber aus der langen Erfahrung heraus sehr gut belegbar: Der erkrankte Patient ist für dieses spezielle, hochverdünnte Arzneimittel (»POTENZIERTES ARZNEIMITTEL«), das beim Gesunden ähnliche Symtome erzeugen kann, hochsensibel. Nach einer eventuell auftretenden leichten ERSTVERSCHLIMMERUNG kommt es zu einer HEILREAKTION: Die Kopfschmerzen lassen nach, die Gesichtsfarbe normalisiert sich und der Patient wird wieder ruhiger.

Allgemein wird in der HOMÖOPATHISCHEN THEORIE dazu gesagt, dass der erkrankten und aus dem Gleichgewicht geratenen LEBENSKRAFT des Patienten durch dieses genau passende Arzneimittel dazu verholfen wurde, sich selbst wieder ins Gleichgewicht zu bringen und die Krankheit auszuheilen.

Der Vorwurf der naturwissenschaftlich orientierten Medizin (Schulmedizin), dass es sich hier um einen rein psychologischen Effekt (PLACEBO-EFFEKT) handelt, der darin besteht, dass der Patient an die Person des Behandlers und an seine Therapiemethode glaubt und deshalb so günstig auf seine Behandlung reagiert, ist deshalb unglaubhaft, weil auch Säuglinge, Kinder, bewusstlose Patienten oder auch Tiere auf diese Behandlung reagieren, die gar nicht nachvollziehen können, welcher Art von Behandlung sie unterliegen.

Es scheint so zu sein, dass die Ausgangssubstanz (die Urtinktur) bei der Herstellung eine Information, einen »Energetischen Fingerabdruck« durch diesen Vorgang des Verdünnens und Verschüttelns (Tropfen) oder Verreibens (Kügelchen, sog. GLOBULI, oder Tabletten) in der alkoholischen Lösung oder dem Milchzucker hinterlassen haben, für den der Patient in seinem erkrankten Zustand hochsensibel ist.

Ein Schwerpunkt: Chronische Krankheiten

Ein besonderer Schwerpunkt der Klassischen Homöopathie liegt in der Behandlung CHRONISCHER KRANKHEITEN (sog. MIASMATISCHE HOMÖOPATHIE), also Erkrankungen, die schon lange bei dem Patienten bestehen bzw. für die der Patient schon möglicherweise ERBLICH VORBELASTET ist (sog. HEREDITÄRE CHRONISCHE KRANKHEITEN, z.B. rheumatische Erkrankungen, Asthma bronchiale etc.).

Hier hat sich gezeigt, dass der Krankheitsverlauf sich durch eine konsequent durchgeführte homöopathische Behandlung positiv beeinflussen lassen kann.

Behandlungsbeginn und Behandlungsverlauf

Dazu muss die Behandlung mit einem ausführlichen Erstgespräch (sog. ANAMNESE) und einer sorgfältigen Untersuchung des Patienten beginnen. Es geht darum, das individuelle Krankheitsbild des Patienten (Prinzip des INDIVIDUALISIERENS) und seine mögliche Erbbelastung (FAMILIEN-ANAMNESE) festzustellen. Darüber hinaus werden die genauen Lebensumstände und seine persönlichen Charakterzüge und Eigenheiten erfragt.

Danach wird das passende homöopathische Arzneimittel bestimmt. Es geht dabei nicht alleine um eine Verordnung nach klinischen Diagnosen, z.B. Asthma bronchiale, sondern auch um die Tatsache, dass der eine Asthma-Patient hauptsächlich während Phasen hoher Stressbelastung dazu neigt, außerdem sehr nervös und ängstlich ist, der andere Asthma-Patient seine Erkrankung offensichtlich schon von seinem Vater geerbt hat und eine ausgeprägte allergische Reaktion auf Katzenhaare aufweist. Beide bekommen von ihrem Homöopathen möglicherweise ein ganz anderes homöopathisches Arzneimittel verordnet. Die GANZHEITLICHE BETRACHTUNG ist wichtig, die sich aus allen Auffälligkeiten auf der geistigen, seelischen und körperlichen Ebene zusammensetzt.

An dieser Stelle ist der Begriff »KLASSISCHE HOMÖOPATHIE« klar definierbar:
Nur durch dieses genau festgelegte Verfahren, beginnend mit dem ausführlichen Erstgepräch (durchschnittliche Zeitdauer bei erwachsenen Patienten ca. 2 Stunden!) und der Verordnung von homöopathischen Einzelmitteln (keine Arzneimittel-Mischungen) ist eine klassisch-homöopathische Behandlung »lege artis« (gemäß den Vorschriften für diese Behandlungsmethode) gewährleistet.

In angemessenen Zeitabständen wird der Behandlungsverlauf überprüft und das weitere Vorgehen mit dem Patienten besprochen.


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